
Für euch berichtet Falk Heidel
Die Fußballer unserer Region trauern um einen großen Sportler. Günter Klomhuß erlag kürzlich einem Krebsleiden. Der Genthiner Kicker gehört zu den wenigen Ausnahme-Athleten, die in DDR-Zeiten den Sprung in den Profifußball geschafft haben. Im Sommer 1984 wechselte Klomhuß von Motor Schönebeck zur BSG Chemie Böhlen. Der Verein spielte in den 80er Jahren in der Oberliga, damals die höchste Spielklasse des DDR-Fußballs.
Allerdings dauerte das Intermezzo nur ein halbes Jahr. Klomhuß harmonierte nicht wirklich mit dem dortigen Torjäger Klaus Havenstein. Letzterer gehörte zu den erfolgreichsten Stürmern des DDR-Fußballs, feierte im vergangenen Jahr seinen 75. Geburtstag. In der Saison, bevor Klomhuß nach Böhlen wechselte, war Chemie aus der Oberliga abgestiegen.
Ansonsten spielte Günter Klomhuß sehr erfolgreich für Einheit Wernigerode, Motor Babelsberg und den bereits erwähnten Schönebeckern. Zum Ende seiner Karriere wechselte er für mehrere Jahre nach Klietz und spielte eine Zeit lang auch als Kapitän und Spielmacher unter Trainer Klaus Gawlefski beim FSV Borussia Genthin.

Als großes Talent startete Klomhuß seine Karriere bei Chemie Genthin (der Verein fussionierte vor mehr als 30 Jahren mit Einheit Genthin zum FSV Borussia). Schnell hat sich seine Begabung rumgesprochen, die ihm zum 1. FC Magdeburg führte. Später folgten dann die bereits genannten Stationen. Ende der 80er Jahre kickte Günter Klomhuß gemeinsam mit Wolfgang „Maxe“ Steinbach in Schönebeck. Zu seinen Gegenspielern in all den Jahren gehören Peter Ducke, Ulf Kirsten, Matthias Sammer und der Berliner (BFC) Torwartlegende Bodo Rudwaleit, gegen den Klomhuß in einem Pokalspiel auch ein Tor erzielte. Gleiches gilt für den bundesdeutschen Nationaltorwart Toni Schumacher - allerdings war es ein Freundschaftsspiel.
Viele seiner Mitspieler haben ihm bei der Beerdigung eine letzte Ehre erwiesen. „Schade, dass von Borussia Genthin niemand Zeit hatte“, sagt sein jüngerer Bruder Uwe. Beide haben eine Zeit lang gemeinsam in Klietz gespielt. Uwe Klomhuß: „Günter hat immer gesund gelebt, nicht geraucht, nicht getrunken, sich anständig ernährt. Umso mehr hat uns die Diagnose, die sich nicht angedeutet hatte, wie ein Schlag getroffen.“
Genthiner Staffellauf am 9. Mai im Volkspark

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